Kardinal Woelki befragte im Dezember 2017 den digitalen Sprachassistenten Alexa zu ausgewählten Details aus der biblischen Weihnachtsgeschichte.[1] Das Ergebnis war ernüchternd: Alexa musste passen. Mit einem Augenzwinkern gewährte Woelki Alexa väterlich mitleidig Nachhilfe und übernahm selbst die Rolle des Märchenonkels.

 

 

 

Die digitale Revolution schreitet fort und mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens wird sicherlich auch Alexa in absehbarer Zeit auskunftsfreudiger. Wenn es so weit ist, dann befragen Sie Alexa doch auch einmal zu Gott und die Welt. Vielleicht erhalten dann Sie Nachhilfe von Alexa. Zum Beispiel in Sachen Liebe, Hass und Gleichberechtigung nach Gottes Vorgaben. Ihre erste Frage könnte lauten:

 

 

 

Alexa, wie steht der Liebe Gott zur gleichgeschlechtlichen Liebe?“

 

Alexas Antwort: „In 3. Mose 20,13 heißt es: ‚Und wenn ein Mann bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide einen Gräuel verübt; sie sollen gewisslich getötet werden.‘“

 

Alexa, jetzt mach mal halblang. Das Alte Testament, also ehrlich …“

 

Alexa versteht den tieferen Sinn des Einwandes und kontert: „Auch das Neue Testament verurteilt laut Römer 1,27 homosexuelle Handlungen, wenn ‚Männer, den natürlichen Gebrauch des Weibes verlassend, in ihrer Wollust zueinander entbrannt sind.‘ Gott hat die Verurteilung der Homosexualität verfügt und dieser Bann wurde bis heute nicht zurückgenommen.“

 

 

 

Sei’s drum. Es ist ja auch ein bisschen schwierig mit der Liebe. Aber der Hass! Ihre zweite Frage an Alexa könnte lauten:

 

Alexa, wie steht Gott der Bibel zum unbändigen Hass muslimischer Fanatiker? Zum Beispiel, als der ‚Islamische Staat‘ in Palmyra den Baal-Tempel zerstörte?“

 

Antwort: „Der ‚Islamische Staat‘ handelte ausweislich der Bibel im Sinne seines Gottes. Laut Richter 3,7 und Richter 6,25 war Gott verärgert, weil man einem Konkurrenten namens Baal huldigte. Also verfügte Gott: ‚… reiße den Altar des Baal … nieder und die Aschera, die dabeisteht, haue um! ‘ Gottes Hass auf Baal wird auch an anderen Stellen in der Bibel bekräftigt. Zum Beispiel in Zephanja 1,4. Demnach äußerte Gott persönlich, er wolle‚ ‚den Überrest des Baal, den Namen der Götzenpriester samt den Priestern ausrotten‘. In logischer Konsequenz erfüllte der ‚Islamische Staat‘ eine Verfügung Gottes.“

 

„Hey Alexa, da hat doch jemand was falsch verstanden! Der Gott der Bibel ist doch nicht Allah! Sind Allah und Gott identisch?“

 

Alexa antwortet prompt: „Ja.“

 

 

 

Aller guten Dinge sind drei. Ihre letzte Frage an Alexa könnte lauten:

 

Alexa, was sagt der Liebe Gott zur Gleichheit zwischen Mann und Frau? Schau doch bitte hauptsächlich ins Neue Testament.“

 

Alexa antwortet emotionslos sachlich: „Gott hat der Frau eine unterwürfige Rolle zugeschrieben. Die Frauenfeindlichkeit zieht sich bis ins Neue Testament. So heißt es im 1. Timotheus-Brief des Paulus, Kapitel 2, Vers 14: ‚Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still.‘ Gottes Befehl in dieser Sache wird in Epheser Kapitel 5, Vers 22, nochmals bekräftigt: ‚Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn.‘“

 

 

 

 

 

Kommentar des Autors

 

Vielleicht wissen Sie schon, dass ich den personifizierten Gott unseres großen Monotheismus für eine außerirdische Intelligenz aus Fleisch und Blut halte. Im Laufe von rund zehn Jahren habe ich in sechs Büchern eine starke Indizienlage für die Erkenntnis geschaffen, dass wir mit der religiösen Schöpfungsgeschichte einem gigantischen, aus unserer Perspektive Jahrtausende währenden, Betrug aufgesessen sind.[2]

 

 

 

Ohne dieses Wissen wirft die kleine Vorgeschichte Fragen auf. Zum Beispiel: Wie kann die künstliche Intelligenz problemlos Gott, Bibel und andere Religionen im Einklang bringen? Die Antwort ist einfach. Die künstliche Intelligenz rechnet sachlich. Wir reden definitiv über ein und denselben Gott und dessen Handlungen auf unserer Erde. Der Tanach der Juden, also die hebräische Bibel, ist identisch mit dem Alten Testament der Christen. Zwischen dem letzten Propheten im Alten Testament, Johannes der Täufer, und dem Fortgang der Story im Neuen Testament gibt es keinen literarischen Schnitt. Das Alte Testament verweist auf das Neue, also auf das, was mit der Person Jesu kommen sollte,[3] und das Neue Testament nimmt Bezug auf das Alte. Papst Benedikt XVI. sagte zu Recht: Die Bibel ist ein langer Brief Gottes … Zunächst gilt es, den Brief Gottes wirklich zu lesen, d.h. nicht Einzelheiten herauszupicken und das Ganze außer Acht zu lassen … Im Alten Testament fängt eine große Lerngeschichte an … Ohne das Alte Testament kann man Jesus nicht verstehen.[4]

 

 

 

Auch im Koran, also die muslimische Bibel, spricht derselbe Gott, es ist dieselbe Geschichte mit denselben Propheten. Von den fünfundzwanzig Gesandten bzw. Propheten im Koran finden wir vierundzwanzig in der Bibel. Selbst die Weihnachtsgeschichte ist präsent. Auch im Koran erscheint Gabriel der Maria als normaler Mann und kündigt die von Gott beabsichtigte Jungfrauengeburt an.[5] Alles drin, alles dran, alles identisch. Seltsam, dass insbesondere heutzutage kaum einer diesen Fakt offen ausspricht. Im Koran wird nicht das Kreuz abgelehnt und im Koran steht auch nichts von einer Feindschaft im Verhältnis zwischen Muslime und Christen. Der aus Sure 9 entlehnte Satz „Tötet die Ungläubigen, wo immer sie sich verstecken“ gilt heidnischen Arabern! Diese verwehrten Mohammed die freie Pilgerfahrt nach Mekka. Mohammed erinnerte sie an seine vorherigen Siege und drohte, Mekka einzunehmen. Die Araber gaben klein bei und boten an, zu Gott zu konvertieren. Wohlgemerkt, zu dem einen Gott. Es gibt keine Verfügung Gottes, dass vor Jesus das Judentum, mit Jesus das Christentum und mit Mohammed der Islam entstehen sollte. Die Muslime beteten anfänglich in der Sache korrekt in Richtung Jerusalem. Erst Gabriel verfügte im Auftrag Gottes den Richtungswechsel nach Mekka, wo die Kaaba steht, das größte Heiligtum der Muslime. Interessanter Weise soll ausgerechnet Gabriel über Abraham dafür gesorgt haben, dass der bis heute rätselhafte kosmische Stein in der Kaaba beim Bau der Kaaba verwendet wurde. Und Gabriel war auch verantwortlich für die Anwerbung Mohammeds und für die Verbreitung der Worte Gottes durch Mohammed. Es gibt haufenweise dieser Verquickungen und Verflechtungen, die rund um die Erde reichen. Wir finden kulturübergreifend ein und denselben Sach- und Sinnzusammenhang zu Gottes handfester Politik, zu seiner Ideologie sowie zu seinen Strukturen personeller und materieller Art. Das reicht von der sogenannten Sintflut und über den Bau der Großen Pyramide als erstes Gotteshaus[6] bis in unsere Gegenwart. Wer hier den Blick für die Ganzheit behält und sich nicht in Kleinigkeiten verliert und nicht mit unnötigen Diskussionen den roten Faden verwässert, der glaubt an die gewöhnliche Echtheit dieses Gottes der monotheistischen Religionen, aber eben nicht an Gott als GOTT.

 



[1] Woelki erteilt „Alexa“ Nachhilfe, Westfälische Nachrichten vom 23.12.2017.

[2] Judas Aries: Das Unternehmen Gott – Die Kriminalität (des)der (All)Mächtigen, BoD, Norderstedt 2009.

Das Unternehmen Gott Teil II – Kampfstiefel des lieben Gottes vs. Mokassins der Mayagötter, BoD, Norderstedt 2011.

Das Unternehmen Gott Teil III – Tatort Nil, BoD, Norderstedt 2012.

Prozessakte Gott – Untersuchung einer kriminellen Vereinigung mit terroristischen Zügen, BoD, Norderstedt 2014.

Der Sitz der Götter – Generalschlüssel Terrorismus, BoD, Norderstedt 2015.

FATIMA – Wozu braucht Gott Fluggeräte?, BoD, Norderstedt 2018.

[3] Siehe Sacharja 9,9 du auch Maleachi 3,1 und 4,5

[4] „YOUCAT“ Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, Pattloch Verlag 2010, Seite 21, Frage 16, und Seite 23, Frage 17

[5] Vgl. Koran, Sure 19, Maria

[6] Siehe meine Beweisführung in Judas Aries, Das Unternehmen Gott – Teil III Tatort Nil

 

Die Bücher in der Reihenfolge der Veröffentlichungen

Aries, Judas: Das Unternehmen Gott - Die Kriminalität (des)der (All)mächtigen, BoD Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-3912-2, Hardcover, 456 S., 38,90 €

Rezension zum Buch in der Zeitschrift Sagenhafte Zeiten

Der Pressetext zum Buch

Aries, Judas: Das Unternehmen Gott – Kampfstiefel des "lieben" Gottes vs. Mokassins der Mayagötter. Keine Wiederkehr 2012, BoD Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8448-7284-2, Paperback, 136 S., 12,80 €

Aries, Judas: Das Unternehmen Gott - Tatort Nil, BoD Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-8958-1, Hardcover, 160 S., 21,90 €

Rezension zum Buch in der Zeitschrift Q'PHAZE - REALITÄT ... ANDERS!

 Aries, Judas: Prozessakte Gott - Untersuchung einer kriminellen Vereinigung mit terroristischen Zügen, BoD Norderstedt 2014, ISBN 978-3-7322-6504-6, Paperback, 104 S., 8,90 €

Rezension zum Buch in der Zeitschrift Sagenhafte Zeiten

Aries, Judas: Der Sitz der Götter - Generalschlüssel Terrorismus, BoD Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7392-9515-2, Paperback 108 S., 8,99 €

Aries, Judas: FATIMA - Wozu braucht Gott Fluggeräte?, BoD Norderstedt 2018, ISBN 978-3-7460-2393-9, Paperback, 56 S., 6,99 €