Nur fünf Gedankenschritte

 

Kann man Gott im Sinne der von mir aufgestellten Hypothese überhaupt untersuchen? Wer an Gott glaubt, der hinterfragt ihn nicht. Und wer nicht an ihn glaubt, der erkennt wohl eher keinen Sinn in einer solchen Betrachtung. Machen Sie sich frei von diversen religionspolitischen Streitereien und richten wir unser Augenmerk mit fünf Gedankenschritten ausschließlich auf den Verursacher dieser Querelen: auf Gott.

Copyright: Hubert Berghaus
Copyright: Hubert Berghaus

Erster Gedankenschritt


Der Gott unseres Monotheismus ist in den Köpfen der halben Erdbevölkerung verankert. Das ist ein Fakt.

 


Zweiter Gedankenschritt


Für diese Tatsache gibt es nur zwei Erklärungen: Entweder handelte die Schöpfungskraft im Sinne des religiösen Glaubens oder es stecken reale Personen dahinter. Wer nicht daran glauben mag, dass sich die wahre Schöpfungskraft des Universums in Personen aus Fleisch und Blut verwandelt hat, um mit viel Geschick einen Besitzanspruch auf uns und unsere Erde zu reklamieren, der muss sich zwangsläufig auf die realen Personen einlassen.

 


Dritter Gedankenschritt


Reale Personen können nur irdischer oder außerirdischer Art sein. Sollte die Gottesgeschichte irdischen Ursprungs sein, dann wären drei Varianten denkbar:


1.

Man könnte annehmen, dass der Glaube an Gott auf reinen Wunschvorstellungen basiert. Das würde bedeuten, Gott wäre das Produkt natürlicher Bestrebungen und Empfindungen. Demnach wären die heiligen Schriften zum Beispiel


  • ein Produkt menschentypischer Fragen nach dem persönlichen Sein und dem Lebenssinn
  • ein Ausgleich zu dem unerträglichen Gedanken, dass der Mensch zwar weiß, dass er ist, aber nicht sein müsste u. v. m.


Doch dann wäre die gesamte Gottesgeschichte ohne einen roten Faden, denn allein das Wunschdenken kann keine kontinuierliche, homogene und komplexe Schrift entstehen lassen.


2.

Eine weitere Möglichkeit für die Entstehung der religiösen Schriften wäre das natürliche Streben nach Gott, bestärkt durch die Besuche so genannter Astronautengötter in der Frühzeit. Natürlich könnte man in einem ersten Ansatz die Meinung vertreten, dass frühzeitliche Besuche Außerirdischer unbeabsichtigt den Götterkult verursachten und dass der Mensch in seiner Gottessehnsucht darüber Gott entstehen ließ. So geht man in der Prä-Astronautik dazu über, das Alte Testament vom Neuen Testament zu separieren und im Alten Testament wiederum nur die Bücher auszuwählen, die ein starkes Indiz für die Götterkulthypothese sind.

 

Gerade deshalb dürften wir auch in diesem Fall keine kontinuierliche, homogene und komplexe Schrift mit durchgängig ein- und demselben Täterprofil erwarten.


3.

Die dritte Variante bestünde aus irdischen Machthabern, die die Gottessehnsucht des Menschen für eigene Machtzwecke missbraucht haben könnten. So hätten verschiedene Regenten epochenübergreifend eine persönliche Anbindung zu Gott vorgegeben, eine Priesterschaft aufgebaut und sich machtvoll zwischen das Volk und den angeblichen Gott gestellt.

 

Nun gut, aber bedenken wir Folgendes: Jeder König hatte in seinem kurzen Herrscherleben reichlich Arbeit mit der Innen- und Außenpolitik sowie grundsätzlichen Verwaltungsangelegenheiten, von der nicht so seltenen Kriegsführung ganz zu schweigen. Welchen Grund sollte ein Herrscher gehabt haben, nach der Krönung die Priesterschaft am Hofe prioritär anzuweisen, doch bitteschön alle bis dahin verfassten religiösen Schriften zu sichten, zu sortieren und zu lesen, nur um eine fortlaufende stimmige Story anzuhängen. Das wäre lebensfremd. Der drohende Zeigefinger der Priesterschaft gegenüber dem Volk hätte auch ohne einen solchen Wahnsinnsaufwand funktioniert. Ein logisches religiöses Drehbuch wäre auch durch diese Variante ganz sicher nicht entstanden.

 


Vierter Gedankenschritt


Falls wir doch einen roten Faden finden, und das ist der Knackpunkt, dann könnte dieser in logischer Konsequenz außerirdischen Ursprungs sein.

 

Aber wer hat die religiösen Schriften je daraufhin untersucht? Viel eher streitet man sich kleinlich und rechthaberisch um die Zuordnung biblischer Orte und Personen und verstärkt damit nur die vollkommen unreflektiert wiederholte Parole von den angeblich erfundenen, sich widersprechenden und mannigfach voneinander abgeschriebenen, gestrichenen und wieder und wieder veränderten religiösen Schriften.

 

Ich kann das verstehen. Wer käme auf die Idee, Gott selbst als Zielperson anzunehmen und dessen Handlungen zu untersuchen? Aber was wäre daran so abwegig? Filtern wir die Schrift zum Beispiel nach den Worten „Gott schlug“, „Jehova tötete“, „vertilgen“, „vernichten“ und Ähnlichem.

 

Dann finden wir Gott und Engel in konkreter Männergestalt bei der Arbeit, das heißt bei Völkermorden, bei der Ermordung Einzelner, bei Nötigungen, Anstiftungen zu Tötungshandlungen, bei der Volksverhetzung, bei der Inbesitznahme von Landstrichen nebst Bevölkerung und beim Vertragsschluss mit irdischen Regenten sowie bei der Steuerung der irdischen Politik mittels der Propheten.

 

Kurzum: Wir finden die ganze harte Vorbereitungsarbeit bis zum Programmteil der scheinbaren Liebe und Zuwendung.

 


Fünfter Gedankenschritt


Das bedeutet: Wenn es einen roten Faden geben sollte, dann müssen wir Gottes Handlungen auf eine „Kriminalität der Mächtigen“ untersuchen. Das wiederum heißt, wir suchen nach drei grundsätzlichen Kriterien, die die Kriminalität Mächtiger ausmachen, und zwar immer mit Gott als Zielperson im Visier.

 

Die drei Kriterien lauten: Politik, Ideologie und Struktur.

 

 

Das besagt, wir müssen ein berechnendes, taktierendes und zielgerichtetes Handeln in einem großen Zusammenhang feststellen, welches die wahren Absichten nur schwer erkennen lässt, und zwar seitens einer Organisation, die zur eigenen Interessenwahrung und Machterhaltung ein geschlossenes System weltanschaulicher Leitbilder, Werte und Anschauungen vermittelt.

 

Damit wir von einer Organisation sprechen können, muss eine Struktur erkennbar sein. Das wäre zum einen ein personelles Gefüge, das heißt, wir brauchen Hinweise auf konkrete Personen aus Fleisch und Blut, und zwar – ganz wichtig – nicht zuletzt zu Gott selbst.

 

Die Struktur kann auch materieller Art sein, wenn Sachverhaltsparallelen bei den materiellen Einsatzmitteln Gottes erkennbar sind, wenn also durch die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende gleiche Ausstattungsmerkmale oder gleiche Anwendungen beschrieben werden bzw. zum Zuge kommen.

 

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